Home
Kontakt

Niederdruck-Armaturen für Warmwasserspeicher und Boiler



Wenn es an einer zentralen Warmwasserversorgung mangelt und die Voraussetzungen für Durchlauferhizter fehlen (Gas, Starkstromanschluss), bleibt nur die Möglichkeit, einen Warmwasserspeicher oder Boiler zu installieren. Diese Geräte haben jedoch mehrere Nachteile:
Einerseits können Sie nur eine bestimmte Menge Warmwasser bereit halten (bei Untertisch-Montage meist 5 Liter); andererseits sind die Tanks der Speicher nicht druchkfest, dürfen also nicht permanent dem Druck der Wasserleitung ausgesetzt werden! Geregelt wird dies - wortwörtlich - über die Armatur, die zentral nicht nur Wassermenge und -Temperatur des entnommenen Wassers steuert, sondern auch den Zufluss frischen Wassers in den Warmwasserspeicher. Bei geschlossenem Hahn wird der Wasserzufluss zum Speicher komplett unterbrochen; der Tank ist drucklos. Normale Armaturen können diese Aufgabe nicht bewältigen - man benötigt sogenannte Niederdruck-Armaturen!

Bei dieser Bauform macht das frische Wasser einen Umweg über die Armatur-internen Ventile, bevor es zum Boiler geleitet wird - ein komplexes Ventilwerk sorgt dafür, dass der Benutzer von dieser Prozedur nichts mitbekommt. Lediglich bei der Montage fällt auf, dass Niederdruck-Armaturen 3 statt 2 Anschlüsse haben!

Die Funktion einer Niederdruckarmatur:
Vom Wandanschluss läuft das Kaltwasser zunächst in die Armatur, wo es vom Ventilwerk "gestoppt" wird. Entnimmt man warmes(!) Wasser, öffnet sich gleichzeitig der Frischwasserzufluss - kaltes Wasser strömt in den Boiler und presst dort das bereits erwärmte Wasser durch den Hahn. Tatsächlich wird beim Öffnen des Warmwassers also nicht das warme Wasser selbst geregelt, sondern der Zufluss frischen Wassers in den Warmwasser-Speicher! Dabei wird gleichzeitig der Leitungsdruck soweit reduziert, dass dem Wassertank nichts passieren kann - daher der Name Niederdruck-Armatur.

Da der Druck auf dem Boiler minimal ist, dürfen im Auslauf der Armatur keine Perlatoren oder gar Wasserstopp-Tasten installiert sein, lediglich so genannte "Strahlformer". Außerdem dient die Armatur gleichzeitig als "Überdruckventil", um ein Platzen des Warmwasserspeichers bei kochendem Wasser (Dampfdruck) zu verhindern - Niederdruckarmaturen tropfen deshalb bei hoher Wassertemperatur; was völlig normal ist.

Fazit:
Bloß nicht versuchen, aus falsch verstandenem Geiz eine "normale" Armatur mit einem Boiler zu verbinden - der Wasserschaden wäre vorprogrammiert! Niederdruckarmaturen sind etwas teuerer, aber beim genannten Einsatzbereich unverzichtbar.